Tamara Lunger trainiert wieder für Himalaya – im Landhaus!

Kardaun/Bozen – Die sympathische Südtiroler Extrembergsteigerin lässt sich trotz ihrer gescheiterten Nanga Parbat-Besteigung nicht unterkriegen. Sie will einen erneuten Versuch starten und beginnt in den nächsten Wochen bereits mit dem Training. Um den extremen Klimaverhältnissen im höchsten Gebirge der Welt standzuhalten, hat sie sich das Landhaus in Bozen dafür ausgesucht.

Lunger mit Bergkamerad S. Moro beim Aufstieg
Lunger mit Bergkamerad S. Moro beim Aufstieg

Wir besuchen Lunger in ihrem kleinen Heimatdörfchen Kardaun, das man von der Hauptstadt in neun Stunden Fußmarsch erreicht ohne den Zwischenstopp im Basislager „Rentsch BZ“ mitzurechnen. Bei Kaffee und Kuchen erzählt sie uns von ihren aktuellen Plänen, aber vor allem von ihren ehrgeizigen Trainingsideen. Im Himalaya herrschen extremste Klima- und Wetterbedingungen auf die man gefasst sein muss. Zusätzlich wird die Luft mit zunehmenden Höhenmetern dünn. Um diesen Bedingungen gewappnet zu sein, wird Tamara Lunger daher ab den nächsten Wochen im Landhaus auf Zuschauersesseln sitzen.

„Schon beim Betreten des Landhauses weht einem ein kalter Wind entgegen!“, meint die 29-jährige Bergsportlerin. „Dann muss man sich die dicke Luft vorstellen, die drinnen vorherrscht. Selbst Politiker haben hiermit oft Schwierigkeiten! Während der Sitzungen dann wird es hart. Der Wechsel zwischen der heißen Luft, dem heißen Dampf, den einige Abgeordnete ablassen, und den kalten Gemütern von den anderen Parteien ist extremst fordernd. Zusätzlich ist hier mentale Stärke gefordert, denn ich kann hier im Gegensatz zum Himalaya sogar die Sprache verstehen und muss mir daher alles anhören! Schon vor 2 Jahren hat sich ein junger wagemutiger deutscher Bergsteiger in eine Sitzung gewagt und ist schließlich nach 27 Minuten schreiend aus dem Saal gelaufen. Von ihm fehlt bis heute jede Spur.“

Natürlich wird Lunger nicht direkt ins kalte Wasser springen. Sie wird sich zuerst mit Einzelgesprächen mit Politikern an ihr zukünftiges Trainingsterrain herantasten und dann in immer länger werdenden Intervallen schließlich den Sitzungen beiwohnen. Ob sie eine gesamte Sitzung eines Tages überstehen werde, weiß sie jedoch selbst noch nicht.

 

Foto: BegoBego http://mrg.bz/CH2Jku

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