Meran erkennt Bozen nicht länger als Hauptstadt Südtirols an

Meran/Bozen – Der Kampf zwischen den zwei größten Städten Südtirols geht in eine neue Runde. Die Meraner haben diese Woche in einer großen Bürgerversammlung beschlossen, Bozen nicht mehr als Hauptstadt Südtirols anzuerkennen. Stattdessen sollte die Provinz Bozen nun hauptstadtlos regiert werden, so ihr Vorschlag.

Wird sich Meran in der Hauptstadtfrage durchsetzen?
Wird sich Meran in der Hauptstadtfrage durchsetzen?

Bozen reagiert enttäuscht. Bürgermeister Luigi Spagnoli dazu: „Ich abe geglaubt, dass diese Streit schon lange beigelegt sein musste!“ In der nächsten Gemeinderatssitzung werde nun über einen Boykott gegen Produkte aus Meran diskutiert werden.

Das Problem und die Forderungen:

In Meran hingegen ist die Stimmung weitaus gelassener. Der „Gipfelbote“ hat sich mit einem der Hauptakteure der Bewegung „Hauptstadtloses Südtirol“ in einem kleinen Café in Meran getroffen:

„Die Meraner waren es schon viele Jahre Leid, im Schatten der Hauptstadt zu stehen, bloß weil sie diesen Titel trägt. Dabei hat Bozen nicht einmal ein Kurhaus, das ist ja schon fast peinlich! Ich möchte nur am Rande erwähnen, dass Meran eigentlich den Tourismus, von welchem nun ganz Südtirol zehrt, angekurbelt hat. Bozen nährt sich nun auch von den Früchten unseres Schweißes!“, wettert Georg Sillioner im Gespräch mit dem „Gipfelboten“. Nachdem er seinen Café corretto getrunken hat, beruhigt sich ein Gemüt wieder und er fährt fort: „Aber wir Meraner wollen nicht so sein. Wir wollen gar nicht Hauptstadt werden! Der Gleichheit wegen möchten wir ganz einfach eine Provinz ohne Hauptstadt, alle Städte wären auf gleicher Ebene. Glurns vielleicht nicht… die kann man ruhig zu den Dörfern zählen, die eine Ebene unter uns sind.“

„Und stellen Sie sich mal vor, wenn unsere Kurstadt nun Hauptstadt werden würde! Alle diese Politiker, die kommen würden… nein, nein, besser keine Hauptstadt. Dann müssen die daheim schlafen!“, flüstert uns Silloner beim Verlassen des Cafés noch zu und zwinkert.

 

Foto: Wikicommons

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