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Technischer Fehler – Shutdown der US-Regierung nur ein Missgeschick

Washington D.C. – Nach dem (angeblich vorläufigen?) Ende des Shutdowns in den USA sind die Umstände und Hintergründe den meisten nicht direkt Involvierten immer noch unklar. Ein enger Vertrauter von Präsident Donald Trump verriet dem „Gipfelboten“ den wahren Grund für den Stillstand der Regierung und das daraus resultierende Chaos in Politik und öffentlichem Dienst. Trump war einfach von den technischen Voraussetzungen gänzlich überfordert. Und stolz, wie er nun mal ist, wollte er seinen Fehler nicht zugeben und machte alles noch schlimmer und schlimmer, anstatt seine Berater helfen zu lassen.

Ein veraltetes Auslaufmodell mit beschädigter Software… und links ein Computer.

Der amerikanische Präsident und die liebe Technik sind altbekannte Rivalen. Auch von seinen bizarren Twitter-Eskapaden abgesehen ist ihm wirklich alles, was über das Klicken auf den Bestell-Button eines Pizzalieferdienstes hinausgeht, nach wie vor ein spanisches Dorf. Allerdings ist er auch der GREATEST PRESIDENT EVER, und der darf natürlich keine Schwäche zeigen, indem er um Hilfe bittet oder Gott bewahre jemanden der etwas davon versteht an seinen Computer lässt. Aber der Reihe nach:

Vor etwa einem Monat wollte Onkel Donald nur im Oval Office ein Youtube-Video von fetten Menschen die Treppen hinunterfallen ansehen, um seinen gestressten Geist von den blöden Demokraten abzulenken. Eins kam zum anderen, und nach zwei Minuten war der Bildschirm voller Fehlermeldungen, der Computer gab entnervende Piepsgeräusche von sich, und nichts ging mehr. In seiner Not klickte Trump auf Shutdown, also Herunterfahren, doch da er trotz seines hohen Alters zu eitel für eine Lesebrille ist, klickte er ausversehen auf die falsche Schaltfläche, und veranlasste per Direktbefehl den Shutdown der gesamten Regierung der USA.

Das alleine wäre noch zu beheben gewesen, doch als er den PC dann wirklich ausschalten wollte, las er etwas von Updates, und bekam Angst. Aktualisierungen, das bedeutete Fortschritt, und das war etwas, das er gar nicht wollte. Die Grundwerte seiner Präsidentschaft sind schließlich reaktionäre Ewiggestrigkeit und Rückkehr zu den guten alten Zeiten, als man Frauen und Schwarze noch im gut sortierten Fachhandel kaufen konnte, und Wirtschaft noch ein scherzhaftes Wort für eine Bar war. Also hämmerte er so lange mit seinen Fäusten auf die Tastatur, bis die dummen Updates verschwanden. Nun wollte der Computer jedoch ein weiteres starten, denn die Firewall, also der Schutz vor Gefahren aus dem Internet, brauchte auch eine dringend nötige Generalüberholung.

Das war zu viel für den armen Donnie. Verwirrt und panisch stürzte er aus seinem Büro, und prallte mit einem seiner Mitarbeiter zusammen, der ihn gerade wegen des zuvor aus heiterem Himmel und ohne Anlass gegebenen Befehls um Bestätigung fragen wollte. Aus dem unzusammenhängenden Gebrabbel des verstörten Präsidenten verstand dieser dann nur „Shutdown!… Wall!“, und folgsam wie er war, leitete er alles dementsprechend in die Wege. Trump selbst hatte fünf Minuten später schon wieder vergessen, was zuvor passiert war, und spielte nun einfach lächelnd mit, obwohl er den Durchblick verloren hatte. Tragisch.

Warten wir ab, ob das Aufsetzen von Windows 98 auf den Regierungscomputer (bislang lief er auf einer Raubkopie von Windows 95) derartige Probleme in Zukunft verhindern kann. Der „Gipfelbote“ hält Sie selbstverständlich auf dem Laufenden.

Foto: CC0/U.S. Department of Defense/Wikimedia Commons/CC BY 3.0