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Der Kaiserparadeplatz in Bozen

Volksabstimmung über Mussolini-Relief am Bozner Gerichtsplatz

Bozen – Das Problem schien mit der Historisierung des faschistischen Bauwerkes gelöst. Doch rechtsgerichtete italienische Parteien wussten dies erfolgreich zu verhindern. Nun hat die zuständige Kommission beschlossen, das Volk selbst im kommenden November entscheiden zu lassen.

 

Die Debatte um das Mussolini-Relief am Gerichtsplatz der Landeshauptstadt war lange ein ungelöstes Problem, woran sich die Geister schieden. Daher übergab die Landesregierung einer Arbeitsgruppe die Aufgabe dieses zu lösen. Mit einem Zitat Hannah Arendts – „Niemand hat das Recht zu gehorchen“ – welches über das Relief gesprayt werden sollte, dachte man das historisch heiße Eisen abzukühlen. Wenige Wochen später aber legte eine rechtsgerichtete Partei, die namentlich nicht genannt werden möchte, beim selbigen Gericht Bozen Rekurs ein und gewann den Prozess.

 

Die Argumente der Ankläger: Es könne nicht sein, dass für die Historisierung eines Bauwerkes alter mediterraner Handwerkskunst ein Zitat einer Dame verwendet werde, welche einerseits keine italienische Staatsbürgerschaft besitze und die Probleme Südtirols nicht zu genüge kenne. Außerdem sei die Schreibweise des Nachnamens Arendt veraltet, denn „-dt“-Endungen wurden mit der letzten Rechtschreibreform abgeschafft. Stattdessen sollen zukunftsweisende Persönlichkeiten in Frage kommen, wie DJ Ötzi oder Fedez.

 

Aus diesem Grund musste die Arbeitsgruppe nochmals aktiv werden und hat zwei neue Vorschläge vorgebracht, über welchen die Südtiroler Bevölkerung am 11. November, kurz vor dem Sankt-Martins-Umzug, abstimmen soll. Statt einer Aufschrift, soll ganz einfach nur der Kopf Mussolinis, der dem Relief ja den faschistischen Namen gibt, mit einem Wackelkopf ausgetauscht werden. Den Wählern steht einerseits Jesus, als christliche Figur, oder der kaum weniger bekannte Elvis Presley, als Symbol fetzigen Rock n’Rolls, zur Verfügung.

Wer kommt aufs Mussolini-Relief? Ab November wissen wir es!
Wer kommt aufs Mussolini-Relief? Ab November wissen wir es!

Wir warten gespannt, wer in den nächsten Jahren am Mussolini-Relief wackeln wird!

 

Fotos: Marccauley & Thomas R Machnitzki, Creative Commons

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