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Spielten Piloten wirklich TicTacToe mit Chemtrails? Unser Reporter auf Aufklärungsmission

Bozen/Weltweit – Selbst unsere an ungewöhnliche Vorkommnisse gewöhnte Redaktion bezweifelte zunächst die Echtheit des Fotos, das unser Reporter zufällig von einem Auftrag mitbrachte (bei dem er übrigens vergebens versucht hatte, Sven Knoll als drei patriotische Kleinwüchsige in einem Trenchcoat zu entlarven). Doch er blieb hartnäckig, und es machte sich bezahlt. Für Sie als Leser zumindest, wir arme Teufel teilen uns nach wie vor immer noch eine Schreibmaschine für die ganze Redaktion. Lesen Sie hier nun exklusiv seinen Bericht:

Das ominöse Foto: Echt oder Fake?

Zugegeben, es war ein schlechtes Foto, ich war vom, dem gescheiterten Auftrag geschuldeten, Frustsuff noch mehr als beeinträchtigt, und als ich mit einem ungläubigen Mitarbeiter wieder zu der Stelle fuhr, an der ich es geschossen hatte, hatten sich die Schwaden am Himmel schon längst verzogen. Aber es war echt, und ich wollte es beweisen. Ich lüge zwar, dass sich die Balken biegen, aber nur vor dem Fiskus, meiner Mutter, und zufälligen One-Night-Stands. Meinem Chefredakteur, und vor allem Ihnen, werter Leser, habe ich geschworen nur die Wahrheit und nichts als die Wahrheit zu erzählen. Deshalb waren mir die Zweifel der Redaktion ein persönlicher Dorn im Fleisch, den ich schon allein für meinen Seelenfrieden beseitigen musste.

Nachdem ich also am nächsten Morgen meinen gottlosen Rausch ausgeschlafen hatte und mit dem Gesicht nach unten im Bahnhofsklo erwacht war, holte ich mir einen Kaffee und einen Gamberetti-Tramezzino (den ich Minuten später in belustigend hohem Bogen erbrach) und ging munter ans Werk. Ich bin zwar nur ein kleiner Zeilenknecht in einem drittklassigen Käseblatt – sorry, Chef –, aber ich habe einige Bekannte, die mir Gefallen schulden. Oder zumindest für Geld jegliche Moral sausen lassen. Eine Kombination aus beidem führte mich schließlich zu einem Informanten, der mir den entscheidenden Tipp gab: ich solle mich am darauffolgenden Samstag ins Bozner Sheraton-Hotel begeben, wo ich Antworten auf meine Fragen finden würde. Die Verantwortlichen würden dort, unter dem Deckmantel einer Tagung von Gartenzwerge-Sammlern, eines ihrer elitären Treffen abhalten. Einer der Teilnehmer habe kurzfristig abgesagt, und ich könne mich als er ausgeben.

Zwei Tage später. In geliehenem Anzug und mit dem Herz in der Hose checkte ich unter dem angegebenen falschen Namen ein und streunte angespannt durch das Hotel, bis sich eine größere Menge Menschen in Richtung des Kongress-Saals zu bewegen begann, unter die ich mich heimlich mischte. Mir fiel auf, dass niemand über Gartenzwerge diskutierte, aber das war mehr oder weniger logisch. Die Tarnung war so oder so perfekt, ein echter Sammler, der zufällig in ihre Reihen stolpern würde, könnte nie davon erzählen. Wer glaubt schon jemandem, der 750 Zwerge zuhause stehen hat, und sie alle beim Namen kennt?

Vorsorglich schaltete ich mein mitgebrachtes Diktiergerät ein und stopfte es mir in die Unterhose, damit mir die Redaktion was immer ich herausfand auch abkaufen würde. Schließlich wurden die Türen verriegelt, und der Vorsitzende, ein glatzköpfiger Mann mittleren Alters, erhob das Wort. „Meine Herren, nun da wir alle versammelt sind, bitte ich Sie, Ihre Masken abzulegen.“ Sprach’s, und zog sich sein Gesicht vom Kopf, um darunter die schuppige grüne Fratze eines Echsenmenschen zu entblößen. Ebenso sämtliche andere Anwesende im Raum, einer nach dem anderen.

Der Schreck zog mir die Hoden zurück in die Leistengegend, aber ich schaffte es geistesgegenwärtig, mich auf einen neuen Maskenhersteller und deshalb aus Versehen zu viel aufgetragenen Kleber herauszureden. Den Teilnehmern neben mir war anzumerken, dass der Anblick meines menschlichen Gesichts für die nächsten fünf bis sieben Stunden ihnen das Abendessen verderben würde, aber ihnen waren solche Missgeschicke auch schon passiert, also verziehen sie mir.

Die Tagesordnungspunkte wurden nacheinander abgearbeitet: Entwicklung neuer Impfstoffe, die Kinder noch schneller noch autistischer machen würden; Fluorid in Trinkwasser und Zahnpasta, das Menschen in willenlose Internetzombies verwandelte; Brainstorming für die Lügenpresse; Gründung einer Joint Venture mit Illuminati, der Rothschilddynastie und dem Weltjudentum, um Geld und Ressourcen zu sparen; Verlegung des Nazigolds an einen sicheren Ort, da der momentane (in der Matratze des Papstes) zu riskant geworden sei; gemeinsames schallendes Gelächter über den 11. September, den Holocaust, und die Tatsache, dass ein Krebs- und AIDS-Heilmittel existierte, aber geheimgehalten wurde; Planung zweier neuer Weltkriege und Schätzung der Kosten; und schließlich endlich: die Chemtrails.

Eigentlich wurde nur grob die Menge überschlagen, die pro zehntausend Einwohner versprüht werden sollte. Man wolle die Menschen ja nur verblöden und/oder chronisch krank machen, nicht ausrotten. Aber ich schaffte es, die Aufmerksamkeit der Ober-Echse zu erhaschen, und schob ihr unterwürfig das Foto hin.
„Wo haben Sie das her? Dieser Ausrutscher sollte sogar vor dieser Kommission geheimgehalten werden. Sehr unprofessionelles Verhalten.“
Ich gab zu, es selbst zwei Tage zuvor aufgenommen zu haben.
„Gut. Solange es noch kein Untertane gesehen hat… Die betreffenden Piloten wurden sofort exekutiert, und jeder ihrer Nachfolger muss als Warnung mit einem Foto seines zerhackten Vorgängers im Cockpit fliegen. Dass man ein wenig Schabernack treibt, um sich einen langen Tag zu versüßen, von mir aus. Eine ganze Ladung Homosexualitäts-Gift über einer konservativen Gegend, zweieinhalb Tonnen Verblödungs-Gift über dem Weißen Haus, oder ein saftiger Spritzer Faschismus-Gift hier und da über Europa, deren Muster auf der Karte dann einen Penis ergeben? Köstlicher Spaß, ich habe selbst schon ein paar Mal Ähnliches veranlasst und mir dann die Auswirkungen auf CNN angeschaut.“
Der Echsenchef seufzte und schüttelte den Kopf.
„Aber so einen Blödsinn? TicTacToe spielen, mit unserem wertvollen Willkommensklatscher-Gift, und dann auch noch X gewinnen lassen, obwohl O zuerst offensichtlich vorne war?“
Er zeigte mir eine Aufnahme des vollständig ausgefüllten Felds, offensichtlich nur wenige Minuten nach meinem entstanden. O hatte alle seine Chancen verspielt.
„Schon allein deshalb mussten sie sterben.“

Nun sitze ich hier und tippe diesen Bericht, immer noch breit grinsend, weil ich Recht hatte. Und natürlich, weil ich mich ohne weitere Schäden in und wieder aus der Versammlung der Reptilienwesen schleichen konn-…

Hm, Moment, was war das für ein Geräus-…L̨̺̣̄̍͠Á̘͇̺̈́̋N̰̱̘͌̏͂G͓͇̘͂̾̈́ ̳̬̘̀̏͠L͔͚̤̅̀̕Ë͖͔̱́͗̚B̟̖̳́̾̚Ĕ̤͖͈̊͝ ̹̠̭̐̀̾D͈͉̦̾̄͝Į̰̪̍̈͝E̻̪̣͋̒͋ ̡̺̰̈́̽̿Ȩ͖͍̽̍̓C̠͚̪̈̂̔H̛͓͈̹̾̓S̡̛̙͈̒͐Ē͔̺̃̋ͅN̡̯͙͒̃̓R̫̻̘̊̾͝Ą̜͌̉͊ͅS̪͈̪̍̎͠S̻̼̍̄̌͜E̖͈͑̒̂͜

Foto: privat vom Autor aufgenommen (übrigens nur die O und Teile der X bearbeitet, der Rest ist original :O)