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Spatzen-Übernahme: Sido ersetzt Norbert Rier

Kastelruth – Nach der überraschenden Trennung der Kastelruther Spatzen von Norbert Rier (Details weiter unten) können die Fans der sympathischen Singvögel aufatmen: Der bekannte Deutschrapper Sido erklärte sich bereit, Südtirols Volksmusik-Aushängeschild anzuführen und vor dem Verschwinden in der Versenkung zu retten.

Aus rechtlichen Gründen dürfen wir das Cover des neuen Albums noch nicht verraten. Hier deshalb ein ungefähres Konzept unseres Redaktionszeichners.

Eine Schockwelle ging gestern durch die Reihen der Liebhaber von seichter Volksfest-Hintergrundbeschallung: Norbert Rier, sympathischer Sänger und Frontmann der Kastelruther Spatzen, gab seine Trennung von der Band bekannt. Als Gründe wurden interne Differenzen ohne weitere Angaben genannt. Verlässliche Quellen bestätigen aber, dass das Zerwürfnis wahrscheinlich in der Benennung des nächsten Albums seinen Ursprung hat – Rier wollte “Ich bin kein Mann für eine Nacht, aber zwei gingen vielleicht schon”, während sich die Mehrheit der anderen für “Auf der Alm da gibt’s koa Sünd, weil der Pfarrer nit so weit aufikimmt” aussprach. Andere Insider munkeln zudem, dass Frei.Wild ihn abgeworben hat.

Nach diesen erschütternden Nachrichten zogen einige eingefleischte Fans den Freitod einer trostlosen Existenz ohne Nobby und seine Freunde vor, doch jene, die noch am Leben sind, können sich glücklich schätzen. Denn, wie dem “Gipfelboten” von einem Insider verraten wurde, der bekannte Berliner Deutschrapper Sido verhandelt bereits mit dem Management der Band über den Einstieg ins Schmalz-und-Schnulz-Business.

Sido, der zuerst als maskierter Bösewicht bekannt geworden war und sich dann seiner Verkleidung entledigt und dem austauschbaren Weichspülpop mit Sprechgesang zugewandt hatte, sieht darin eine neue Herausforderung. Er habe seine Wurzeln verraten und sei seinen Mitstreitern von Aggro Berlin untreu geworden, und jetzt, da er dies realisiert hat und wieder zurück zum härteren Hiphop will, lassen sie ihn nicht mehr mitspielen. Deshalb plant er der gesamten Szene eins auszuwischen, indem er die inzwischen dann in Spastelruther Atzen umbenannte Combo zur (O-Ton) “tightesten Crew mit den krassesten Rhymes von Bozen bis Brandenburg” umgestalten will.

Die meisten weiteren Details sind rein spekulative Gerüchte und müssen von den eifrigen Reportern des “Gipfelboten” erst bestätigt oder widerlegt werden, aber hier eine kurze Sammlung der Ergebnisse unserer bisherigen Nachforschungen:

  • Die Maske kommt zurück auf Sidos Gesicht und bleibt auch da. Ob die anderen Mitglieder sich maskieren, ist noch unklar. Schaden würde es einigen nicht.

  • Weibliche Fans ab einer bestimmten Körbchengröße bekommen jederzeit ein Gratis-Meet&Greet.

  • Eine zu PR-Zwecken inszenierte Gang-Fehde mit den Zillertaler Schürzenjägern und dem Nockalm Quintett inkl. Schießereien auf Konzerten ist in Planung.

  • Das Spatzenfest bleibt prinzipiell wie es ist, allerdings gibt es anstatt Bier und Bratwurst nur mehr Kokain und Prostituierte.

  • Das neue Album wird den Titel “Dicke Titten in den Dolomiten” tragen. Darauf sind neben neuen Tracks auch einige Coverversionen alter Hits zu finden, wie z.B.:

    • “Madonna Berlins”

    • “Atlantis der Bitches”

    • “Eine Herde schmaler Läuche”

    • “Das Geheimnis der drei Worte (Fick dich, Hurensohn!)”

    • “Das Edelweiß-Tattoo (auf dem fetten Arsch deiner Mutter)”

    • “Fantasie lässt Träume leben (gutes Weed aber auch)”

Selbst vom neuen Spatzensound überzeugen kann man sich nach dem Erscheinen des Albums in ein paar Wochen übrigens auf allen größeren Musikstreamingdiensten (iTunes, Spotify, amazon Music, Tidal, Google Play Music, Deezer, simfy, Napster, earbits, last.fm, Sony Music Unlimited und Grooveshark)*. Es bleibt abzuwarten, ob dieses waghalsige Projekt in der sonst so traditionsbewussten Welt des volkstümlichen Schlagers überhaupt Fuß fassen kann. Eines ist jedoch klar: Der “Gipfelbote” recherchiert knallhart weiter, um Sie darüber auf dem Laufenden zu halten.

*Unsere Leser aus Südtirol müssen sich leider gedulden, bis die Athesia eine CD ins Sortiment nimmt (wenn überhaupt), da kein einziger der genannten Dienste in den Brennerkolonien funktioniert.

Foto: Wikimedia Commons