Skifahren: Ein Sport für Lebensmüde?

Bozen – Skifahren ist ein teurer und außerdem gefährlicher Sport! Dies bestätigte eine nun erschienene Langzeitstudie der Universität Bozen schon vor Saisonsende. Als mögliche Konsequenz wird ein landesweites Skifahrverbot in Erwägung gezogen.

Einige der Wagemutigen auf der Piste
Einige der Wagemutigen auf der Piste

Die Studie der Uni Bozen

Eine ganze Forschergruppe um Prof. M. Düngele haben Daten mehrerer Jahrzehnte analysiert und diese auch unter einem wirtschaftlichen Aspekt geprüft. So stellt die Studie fest, dass allein der Skisport für über 70% der Pistenunfälle verantwortlich ist. Diese horrend hohe Zahl könnte durch ein Verbot des Skifahrens laut dem Forscherteam auf einen geringen Prozentsatz reduziert werden. Ebenfalls verantwortlich ist der gefährliche Wintersport für eine Vielzahl von Einsätzen des Aiut Alpin. “Man stelle sich vor, niemand fahre mehr Ski – der Rettungshubschrauber müsste im Winter so gut wie gar nicht mehr ausrücken. Was das für eine Kostenersparnis bedeutet, kann sich jeder ausrechnen! Mit dem Geld könnten wir dann einige veraltete Liftanlagen endlich erneuern!”, erklärt Düngele enthusiastisch.

Aiut Alpin in Ruhestellung
Aiut Alpin in Ruhestellung

 

Liftbetreiber skeptisch

Nicht ohne Kritik blieb die fünfseitige Studie nach Veröffentlichung. Diese kommt vor allem von den Skiliftbetreibern (Snowboardliftbetreiber betrifft das Studienergebnis nicht), die einerseits Einbußen befürchten andererseits aber Gelder für neuere Lifte dankend annehmen würden. “Eine zwiespältige Situation, wie sie unsere Branche seit Abschaffung der Holzski nicht erlebt hat”, meint Dr. N. Kneissignol, Vorstand des Verbandes der Skiliftbetreiber. Laut ihm haben diese hohen Einsatzzahlen des Rettungshubschraubers eher mit den Touristen zu tun. Vielleicht sollte man versuchen, diese immer weniger ins Land zu lassen, so Kneissignol. Einen Grenzzaun zu Österreich sehe er daher gar nicht mal so kritisch.

 

Die nahe Zukunft des Skifahrens

In nächster Zukunft soll das Fahren auf den zwei langen Brettern noch legal bleiben. Doch wird schon ab nächster Saison jeder, der sich eigenmotiviert auf zwei Skier stellt, den Genuss der allgemeinen Krankenversicherung verlieren. Vorher versuche man aber ohnehin über Kampagnen das Skifahren der Bevölkerung unschmackhaft zu machen. Unter anderem bedient man sich dabei mit Stickern wie “Skifahren gefährdet dich und alle in deiner Umgebung”, “Skifahren und Schwangerschaft vertragen sich nicht” oder “Sciare danneggia gravemente te e chi ti sta intorno”.

 

Fotos: LuXC

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